Hebeanlagen
Hebeanlagen werden benötigt, wenn eine Entwässerung (zum Beispiel bei Waschmaschinen, Duschen oder Toiletten) unterhalb der Rückstauebene erfolgen muss. Dabei kann ein Abfluss des Schmutz- oder Abwassers nicht über eine Freigefälleleitung in die Kanalisation erfolgen. Die Förderung über das Rückstauniveau schützt den Bereich unterhalb vor Rückstau und damit vor Überflutung (zum Beispiel bei Hochwasser durch Starkregen). Kleinhebeanlagen werden im Regelfall bei Bädern in Kellern oder in Souterrainwohnungen eingesetzt, größere Anlagen entwässern ganze Gebäude.
Arten von Hebeanlagen
Es existieren verschiedene Arten von Hebeanlagen. Je nach Einsatzzweck werden spezielle Geräte eingesetzt. Dabei können die zur Verfügung stehenden Anlagen nach dem Fördermedium unterschieden werden. Eine Art der Hebeanlage bilden Abwasserhebeanlagen. Diese fördern fäkalienhaltiges Abwasser (Schwarzwasser) aus Toiletten. Abwasserhebeanlagen gibt es zudem mit Schneidwerk zur Zerkleinerung von im Fördermedium enthaltenen Feststoffen. Neben Abwasserhebeanlagen existieren auch Schmutzwasserhebeanlagen, welche fäkalienfreies Schmutzwasser (Grauwasser) aus Waschmaschinen, Waschbecken oder Duschen fördern. Eine weitere spezielle Art sind Kondensathebeanlagen, welche unter anderem der Förderung von Kondensat hinter Brennwertgeräten oder Tauwasser aus Klimageräten dienen. Hebeanlagen gibt es mit verschiedenen Leistungen, Gleich- oder Wechselstrommotoren, unterschiedlichen Behältergrößen, als Einzel- und Doppelanlagen und vielen weiteren Merkmalen. Die Auswahl der richtigen Anlagen ergibt sich aus den verschiedenen Anforderungen an diese. Entscheidend dabei ist das Fördermedium, die benötigte Förderhöhe und -menge, das benötigte Notstauvolumen und der Einsatzort. Die Hebeanlagen können in Ein- und Mehrfamilienhäusern, Gewerbeeinheiten (unter anderem Hotels und gastronomische Betriebe) oder in öffentlichen Gebäuden (etwa Schulen oder Verwaltungsgebäude) eingesetzt werden.
Hebeanlagen von Zehnder Pumpen nutzen
Zehnder Pumpen ist Experte im Bereich Pumpentechnologie. Wir bieten Ihnen ein umfassendes Angebot an hochmodernen und leistungsstarken Hebeanlagen in verschiedenen Ausführungen. Neben Schmutzwasser- und Kondensathebeanlagen erhalten Sie bei uns auch Fakalienkleinhebeanlagen und Abwasserhebeanlagen. Prüfen Sie vor der Auswahl einer gewünschten Hebeanlage, zu welchem Anwendungszweck diese eingesetzt werden soll und welche Leistungen sie erbringen sollte. Sind Sie sich unter Umständen unsicher, ob die ausgewählte Anlage Ihren Anforderungen gerecht wird, dann nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf. Wir stehen Ihnen mit einer professionellen Beratung zur Verfügung. Des Weiteren liefern wir Ihnen Ihre neue Hebeanlage als Fertigpaket, inklusive des benötigen Zubehörs. So können Sie diese sofort an Ort und Stelle installieren und in Betrieb nehmen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!
Was sind geltende Normen für Hebeanlagen?
Für Hebeanlagen gelten hinsichtlich des Produkts, der Wartung und der Planung spezifische Normen, die sicherstellen, dass die Anlage technisch einwandfrei und sicher ist. Die DIN EN 12050 ist die wichtigste Normenreihe, da sie die Bauweise, die Prüfgrundsätze sowie die Leistungsanforderungen an die verschiedenen Hebeanlagen festlegt.
- DIN EN 12050-1 : Anlagen für fäkalienhaltiges Abwasser
- DIN EN 12050-2 : Anlagen für fäkalienfreies Abwasser
- DIN EN 12050-3 : Hebeanlagen zur begrenzten Verwendung (wie z. B. Kleinhebeanlagen direkt hinter einer Toilette)
- DIN EN 12050-4 : Anforderungen an Rückflussverhinderer, die in Hebeanlagen eingesetzt werden
Darüber hinaus legt die DIN EN 12056-4 alle Anforderungen hinsichtlich Planung, Bemessung, Installation und Betrieb von Hebeanlagen innerhalb von Gebäuden fest. Die Wartung und Inspektion von Hebeanlagen erfolgt gemäßDIN EN 12056-4, Abschnitt 8 vierteljährlich bei Anlagen in gewerblichen Betrieben, halbjährlich bei Anlagen in Mehrfamilienhäusern und jährlich bei Anlagen in Einfamilienhäusern. Die Wartung und regelmäßige Überprüfung der Anlage sind durch fachspezifisches Personal vorzunehmen und zu dokumentieren.
Als Ergänzungsnorm legt die DIN 1986-100 fest, dass Räume unterhalb der Rückstauebene zwingend über Hebeanlagen entwässert werden müssen, wenn das natürliche Gefälle nicht ausreichend ist.
Ebenfalls müssen Hebeanlagen die VDE-Bestimmungen für elektrische Sicherheit einhalten, da sie mit elektrischen Pumpen und Steuerungen ausgestattet sind. Zur Bestätigung der Konformität mit den europäischen Normen müssen Hebeanlagen nach der Bauproduktenverordnung das CE-Zeichen tragen.
Welche Hebeanlage wird für ein Keller-WC benötigt?
Eine Hebeanlage für ein Keller-WC ist notwendig, da sich der Raum unterhalb des öffentlichen Abwasserkanals befindet, also unterhalb der Rückstauebene. Die Hebeanlage sorgt dafür, dass das Abwasser aus dem Keller gepumpt und in die Kanalisation geleitet wird.
Für die Installation von Hebeanlagen in Kellerräumen unterscheidet man grundsätzlich, je nach Verwendungszweck, zwischen Fäkalienhebeanlagen und Grauwasserhebeanlagen (siehe DIN EN 12050).
- Grauwasserhebeanlagen : sind zum Transport von fäkalienfreiem Abwasser wie bei einer Waschmaschine geeignet (DIN EN 12050-2)
- Fäkalienhebeanlagen: speziell für fäkalienhaltiges Abwasser (Schmutzwasser)
Für ein Keller-WC ist also eine Hebeanlage für fäkalienhaltiges Abwasser zwingend erforderlich. Für ein einzelnes WC, ggf. ergänzt um weitere Sanitärobjekte im selben Raum wie Waschtisch oder Dusche, reicht in der Regel eine Kleinhebeanlage nach DIN EN 12050-3 aus. Diese verfügen über speziell integrierte Schneidwerke und Pumpentechnologien. Die Besonderheit bei Schmutzwasser im Vergleich zu Grauwasser ist, dass es Feststoffe und Toilettenpapier enthält. Diese Stoffe müssen zunächst zerkleinert werden, damit sie durch die oft sehr dünnen Druckleitungen nach oben in die Kanalisation gepumpt werden können. Eine normale Schmutzwasserpumpe würde durch die Feststoffe sofort verstopfen und ausfallen. Die spezielle Pumpentechnologie sorgt darüber hinaus dafür, dass die Anlage geruchsdicht bleibt. Die integrierte Rückschlagklappe stellt sicher, dass das abgepumpte Wasser nicht wieder zurückfließt. Zudem garantiert die Kombination aus Schneidwerk und druckstarker Pumpe, dass das Abwasser zuverlässig den Höhenunterschied zur Kanalisation überwindet.
In der Regel ist dabei eine Kleinhebeanlage ausreichend, die oft direkt hinter dem WC-Stand installiert wird. Wichtig bei diesen Anlagen ist jedoch, dass sie nicht für den dauerhaften, sondern nur für den gelegentlichen Einsatz gedacht sind. Sollen mehrere Räume oder Entnahmestellen dauerhaft und uneingeschränkt entwässert werden, ist stattdessen eine größer dimensionierte Fäkalienhebeanlage nach DIN EN 12050-1 erforderlich.
Welche Hebeanlage wird für eine Waschmaschine benötigt?
Wenn eine Waschmaschine in Räumen unterhalb der Rückstauebene, wie etwa im Keller, installiert wird oder das natürliche Gefälle zur Kanalisation nicht ausreicht, ist gemäß DIN EN 12056 in Verbindung mit DIN 1986-100 eine Abwasserhebeanlage erforderlich. Diese fördert das anfallende Abwasser über die Rückstauebene hinweg in die Kanalisation.
Da bei Waschmaschinen ausschließlich fäkalienfreies Abwasser (Grauwasser ohne Toilettenabfälle) anfällt, kommen Hebeanlagen nach DIN EN 12050 für fäkalienfreies Abwasser zum Einsatz. Für einzelne Entwässerungsgegenstände wie Waschmaschinen oder für die Entwässerung weniger Sanitärobjekte im gleichen Raum sind in der Regel Kleinhebeanlagen nach DIN EN 12050-3 ausreichend. Bei größeren Anlagen oder mehreren angeschlossenen Entwässerungsgegenständen kann hingegen eine Hebeanlage nach DIN EN 12050-2 erforderlich sein.Das beim Waschen anfallende Abwasser wird in einem Sammelbehälter aufgefangen und automatisch über eine Pumpe in die Kanalisation gefördert.
Ein wesentliches Auswahlkriterium ist die Temperaturbeständigkeit der Anlage. Waschmaschinen können insbesondere bei Kochwaschgängen kurzzeitig Abwassertemperaturen bis zu 90 °C erzeugen. Daher muss die eingesetzte Hebeanlage für diese Temperaturbereiche ausgelegt sein. Herstellerangaben zu zulässigen Dauer- und Kurzzeittemperaturen sind hierbei zu beachten. Zudem sollte die Anlage gegenüber Waschmittellaugen chemisch beständig sein und mit im Abwasser enthaltenen Flusen sicher umgehen können.
Bei der Installation ist darauf zu achten, dass die Druckleitung gemäß DIN EN 12056-4 und DIN 1986-100 in einer Rückstauschleife über die maßgebliche Rückstauebene geführt wird. Nur so ist ein wirksamer Schutz gegen Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz gewährleistet.
Wie oft muss eine Hebeanlage gereinigt werden?
Wie oft eine Hebeanlage gewartet und gereinigt werden muss, richtet sich nach der Art der Immobilie und der Nutzungsintensität der Anlage. Laut DIN EN 12056-4, Abschnitt 8 (in Verbindung mit den nationalen Anwendungsregeln der DIN 1986-100) gilt: Einfamilienhäuser einmal jährlich, Mehrfamilienhäuser halbjährlich, Gewerbeobjekte und öffentliche Einrichtungen quartalsweise. Zusätzlich wird empfohlen, die Anlage monatlich durch Beobachtung von mindestens zwei Schaltzyklen auf ihre Betriebsfähigkeit zu prüfen.
Hebeanlagen können zum Teil in Eigenleistung gereinigt werden, etwa durch Ablassen des Wassers und Entfernen von Ablagerungen wie Haaren, Fett oder Seifenresten. Bei der Reinigung von Hebeanlagen sollten keine aggressiven Reinigungsmittel verwendet werden. Der Schwimmerschalter ist besonders vorsichtig zu behandeln und der Strom muss unbedingt abgeschaltet sein. Für die vollständige Wartung und Reinigung der Hebeanlage sollte ein Fachkundiger beauftragt werden. Nur so wird sichergestellt, dass die Wartung den anerkannten Regeln der Technik nach DIN EN 12056 entspricht, das ist auch für den Versicherungsschutz und die Gewährleistung wichtig. Der Fachmann überprüft Pumpe, Rückflussverhinderer, Absperrschieber, Dichtigkeit und Steuerungstechnik und erstellt ein Wartungsprotokoll. Dadurch wird eine lange Funktionsfähigkeit der Anlage gesichert.